Vortrag auf der Sommerbühne am Blautopf

Die Arge Blaukarst beteiligte sich zusammen mit dem Höhlenverein Blaubeuren und der Arge Blautopf am 09.08.13 am Vortrag über das Blauhöhlensystem und die Hessenhauhöhle. Vor stimmungsvoller Kulisse berichtete Jürgen Bohnert den ca. 500 Zuschauern über den aktuellen Forschungsstand in der Hessenhauhöhle.

Vor kurzem wurde beim Vorstoss nach Süden die 4-Kilometer-Marke überschritten, demnächst soll im Siphon 6 weiter Richtung Süden vorgestossen werden.

Mehr über die Veranstaltung kann auch in einem Beitrag der Südwestpresse nachgelesen werden.

Jürgen Bohnert beim Vortrag über die Hessenhauhöhle. Foto: Anke Oertel

Hessenhauhöhle überschreitet die 4-Kilometer-Marke

Im Rahmen einer Biwaktour konnten Frank Liedtke und Jürgen Bohnert durch die Vermessung der Überwasserteile südlich von Siphon 5 die Gesamtlänge der Hessenhauhöhle auf 4006 Meter erhöhen. Damit liegt diese nun vor der Falkensteiner Höhle auf Rang 4 der längsten Höhlen der Schwäbischen Alb.

Mittels Kreislaufgerät konnten dann im Siphon 6 bei fast Nullsicht über 30 m Leine verlegt werden, bis sämtliche Zwischenbefestigungen verbraucht waren. Entgegen der ursprünglichen Einschätzung gibt es bislang keine Anzeichen für ein baldiges Ende der Siphonzone. Am Umkehrpunkt ist eine Wassertiefe von 6 Metern erreicht, der Boden fällt eher noch weiter ab.

Auf dem Rückweg konnten dann im Siphon 5 bei relativ guter Sicht erstmals Videoaufnahmen gedreht und die riesigen Dimensionen wahrgenommen werden.

Die aktuellen Forschungsergebnisse sollen im Rahmen eines Vortrages über Blauhöhlensystem und Hessenhauhöhle bei der Sommerbühne in Blaubeuren am 09.08.2013 vorgestellt werden.

Auf dem Rückweg im riesigen Siphon 5. Foto: Jürgen Bohnert

Gut besuchter Vortrag bei der VdHK-Tagung in Hürben

Am 01.06.2013 fand im Rahmen der VdHK-Tagung in Hürben der gut besuchte Vortrag über die Hessenhauhöhle statt. Jürgen Bohnert berichtete über den aktuellen Forschungsstand. Mit dem Kreislaufgerät “Raycy” konnte bei der letzten Forschungstour hinter dem 5. Siphon ein grosser Flusstunnel entdeckt werden. Interessant ist, dass sowohl der Siphon als auch der sich anschliessende Gang streng nach WSW ziehen, also von der gewohnten südöstlichen Richtung abweichen. Sobald die Höhle wieder diese Richtung einschlägt könnten wie auch schon vorher längere Überwasserstrecken zu erwarten sein. Gut 50 m hinter Siphon 5 senkt sich wieder die Decke in’s Wasser, jedoch deutlich flacher als bei den vorherigen Siphonen, so dass evtl. nur mit einer kurzen Unterwasserstrecke zu rechnen ist.

Mit dem “Raycy” wurde die Erforschung des riesigen und stark verschlammten Siphons deutlich beschleunigt, weil es damit möglich wurde, bei minimalem Gasverbrauch im Siphon wiederholt längere Zeit auf das Aufklaren des Wassers zu warten, ohne dass Gasblasen an der Decke neues Sediment mobilisierten.

Insgesamt konnten 42 m Strecke vermessen werden, so dass die Gesamtlänge nunmehr auf 3945 m und die Tiefe auf 148 m angestiegen ist.

Aufgrund der Hochwassersituation im Blautopfeinzugsgebiet (maximale Blautopfschüttung 17000 l/s – d.h. ca. 8500 l/s in der Nordblau) wird es nun wohl einige Wochen dauern, bis wieder in der Höhle getaucht werden kann.

Beim Vortrag über die Hessenhauhöhle in der Hürbetalhalle. Foto: Karsten Gessert

Grosser Flusstunnel hinter Siphon 5 entdeckt

Am vergangenen Wochenende gelang es im Rahmen einer Biwaktour, den 5. Siphon in der Hessenhauhöhle zu durchtauchen und zu vermessen. Hinter dem Siphon führt ein breiter Flusstunnel weiter Richtung Blauhöhlensystem. Genauere Details wird Jürgen Bohnert in einem Vortrag am 01.06. im Rahmen der VdHK-Tagung in Hürben berichten.

Jürgen Bohnert nach der Durchtauchung des 5. Siphons mit dem Kreislaufgerät "Raycy". Foto: Frank Liedtke

Ausbau des Traumtunnelbiwaks und Tauchgang im 5. Siphon

Bei der letzten Biwaktour wurde das Traumtunnelbiwak weiter ausgebaut, so dass mittlerweile 3 Personen dort Platz finden. Als vorgeschobene Basis direkt am Siphon 5 ist es hervorragend für den weiteren Vorstoss Richtung Süden geeignet.

Mit dem Kreislaufgerät “Raycy” wurde dann erneut das ca. 15 m breite Siphonbecken am Siphon 5 nach der Fortsetzung Richtung Blauhöhlensystem abgesucht, da der Weiterweg beim letzten Tauchgang von einer hohen Lehmdüne versperrt worden war. Diesmal konnte der Weiterweg aufgrund der deutlich stärkeren Strömung (fast 3000 Sekundenliter am Blautopf) ausfindig gemacht werden.

Aufgrund des Abblasens eines Lungenautomaten – verursacht durch Eindringen von Sediment – musste jedoch leider der weitere Vorstoss auf die nächste Tour verschoben werden. Immerhin wurde festgestellt, dass der tiefste Punkt des Siphons sich bereits über 150 m unter der Geländeoberfläche befindet. Genauere Vermessungen werden folgen.

Auf dem Rückweg wurde erstmals der Bereich zwischen Siphon 5 und Tiefgarage (Siphon 3) ausgiebig fotodokumentiert.

Kurz vor dem Abtauchen im Siphon 5 mit dem "Raycy". Foto: Karsten Gessert

Gut besuchter Vortrag der Arge Blaukarst in Berghülen

Gut 500 interessierte Besucher folgten am 12.01.2013 der Einladung der Arge Blaukarst in die Berghüler Auhalle. In einem knapp zweistündigen Vortrag beleuchteten Norbert Neuser und Jürgen Bohnert die Forschungserfolge in der Hessenhauhöhle, die sich nach über fünfjähriger Grabungsphase einstellten.

Der Vortrag in der Berghüler Auhalle stiess bei der Bevölkerung auf grosses Interesse. Foto: Karsten Gessert

Deutlich wurde auch, wie wichtig die Vorarbeiten von Höhlenforschern im Aacheinzugsgebiet für den Erfolg der Grabung in der Hessenhauhöhle waren. Ohne Prof. Dr. Karl Endriss, den Pionier der höhlenkundlichen Dolinengrabung auf der Schwäbischen Alb, und die erfolgreiche Grabung durch die “Freunde der Aachhöhle” in der Aachdoline, wäre die Hessenhaugrabung vermutlich in dieser Form nicht denkbar gewesen.

Die Verbindung der Hessenhauhöhle mit  dem Blauhöhlensystem konnte im April 2012 durch einen grossangelegten Färbeversuch nachgewiesen werden. Bislang findet allerdings nur das Wasser den Weg durch den Untergrund – ob dieser auch für den Menschen befahrbar ist, werden die weiteren Forschungen zeigen.

Die Weiterforschung in der “Nordblau” – einem Ast der Blauhöhle, der etwa die Hälfte der Wasserschüttung des Blautopfes liefert – ist sowohl Richtung Laichingen als auch Richtung Blautopfhöhle nur noch mit Tauchgeräten möglich. Da der Transport der Tauchgeräte sehr aufwändig ist und die Atemgasmenge in einer standardmässig verwendeten 4-Liter-Pressluftflasche nur etwa 45 min Tauchzeit erlaubt, wurde von Jürgen Bohnert ein neues geschlossenes Kreislaufgerät namens “Raycy” entwickelt. Im Gegensatz zu kommerziell erhältlichen Kreislaufgeräten ist das “Raycy” deutlich kleiner und leichter, sowie aufgrund seiner Robustheit und der Fähigkeit, in das System eingedrungenes Wasser auch während des Betriebs zu entfernen sehr gut für den Einsatz in einer Wasserhöhle geeignet.
Das Gerät erlaubt es, die Tauchzeiten im Flachwasser gegenüber einem herkömmlichen Presslufttauchgerät um etwa den Faktor 20 zu verlängern. Mit zunehmender Tiefe wird es sogar noch wesentlich effektiver als ein herkömmliches Gerät, da der Gasverbrauch nur vom Sauerstoffverbrauch des Körpers und nicht von der Tauchtiefe abhängt.

Während des Vortrages wurde die aktuell in der Hessenhauhöhle verwendete Höhlentauchausrüstung inklusive des an der Seite getragenen “Raycy” demonstriert.

Jürgen Bohnert und Roland Konopac bei der Demonstration des "Raycy". Foto: Karsten Gessert

Der Ausblick auf das weitere Forschungspotential auf der Blaubeurer Alb machte deutlich, dass das Richtung Blautopf entwässernde Höhlensystem keinen Vergleich mit Höhlensystemen in anderen Teilen der Welt scheuen muss: Schätzungen ergeben, dass allein die Hessenhauhöhle bis Laichingen eine Gesamtganglänge von über 20 Kilometer erreichen könnte. Ein Zusammenschluss mit dem derzeit bereits über 10 Kilometer langen Blauhöhlensystem würde schlagartig ein hinsichtlich Dimensionen und Tropfsteinschmuck in Deutschland einzigartiges Höhlensystem ergeben.

Der Vortrag schloss mit der Bitte, dem neugegründeten gemeinnützigen Verein bei der Gegenfinanzierung der enormen Kosten für die Grabung, den sicheren dauerhaften Ausbau und die Forschungsarbeiten durch Spenden bzw. eine Fördermitgliedschaft zu helfen.

Ein ausführlicher Bericht über den Vortrag findet sich in der Südwestpresse vom 16.01.2013. Von der Südwestpresse wurde der Arge Blaukarst dankenswerterweise auch der Artikel im Originalformat zur Verfügung gestellt, der u.a. Bilder aus Traumtunnel und Nordblau sowie einen Gesamtplan von Blauhöhlensystem und Hessenhauhöhle zeigt.

Guter Start in’s Jahr 2013: Neues Kreislaufgerät und Vortrag in Berghülen

Ein grosser Teil der Forschung in der Hessenhauhöhle erfordert momentan den Einsatz von Höhlentauchausrüstung, um die zahlreichen Unterwasserstrecken durchtauchen zu können. Da die Tauchgeräte durch die Schachtstrecken und Engstellen des Eingangsbereiches transportiert werden müssen, können nur relativ kleine Flaschen eingesetzt werden, so dass die erreichbaren Tauchzeiten recht begrenzt sind. Besonders anstrengend ist dann vor allem der Rücktransport der leeren Tauchflaschen zum Ausgang, um die Flaschen wieder mit Pressluft zu füllen.
Speziell in den flussabwärtigen Bereichen dauert es aufgrund der extrem schlechten Sicht und der bis zu 15 m breiten Siphone  recht lang, den Weiterweg zu finden und dann mit einer Führungsleine zu versichern.

Um weniger Transportkapazität für den Flaschentransport zu binden und die Tauchzeiten deutlich zu verlängern wurde  von Jürgen Bohnert speziell für den Einsatz in der Hessenhauhöhle ein neues geschlossenes Kreislauftauchgerät entwickelt.

Das sehr kleine und leichte Kreislaufgerät kann problemlos in den Überwasserstrecken getragen und in den Flachwasserbereichen mit reinem Sauerstoff bzw. in tieferen Bereichen mit synthetischen Gasmischungen betrieben werden.  Weitere Kriterien bei der Entwicklung waren ein guter Atemkomfort, einfache Bedienbarkeit und Robustheit, niedrige Fertigungskosten und die Möglichkeit, das Gerät für längere Zeit in der Höhle deponieren zu können.

Zahlreiche Testtauchgänge wurden mittlerweile erfolgreich absolviert, so dass das Gerät nun 2013 in der Hessenhauhöhle bei der Weiterforschung zum Einsatz kommen kann.

Test des neuen Kreislaufgerätes (Foto: Anke Oertel)

Im Rahmen des Vortrages der Arge Blaukarst am 12.1. in der Auhalle in Berghülen wird das Gerät erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Wir freuen uns schon sehr darauf, unsere Gäste in Berghülen wieder auf eine spannende Reise in die Unterwelt des “Blaukarstes” mitzunehmen und wünschen all unseren Freunden und Unterstützern einen guten Start in das neue Jahr!

Neue Veröffentlichung über die Hessenhauhöhle auf den VdHK-Seiten verfügbar

Eine aktuelle Veröffentlichung über die Hessenhauhöhle ist mittlerweile online im Volltext auf den Seiten des Verbandes deutscher Höhlen- und Karstforscher verfügbar: VdHK-Mitteilungen 2/2012, Seite 52-53. Dort kann auch ein Grundrissplan der Höhle abgerufen werden.

Im gleichen Heft wurde die Hessenhauhöhle in der Liste der längsten deutschen Höhlen noch auf Platz 26 geführt – mittlerweile ist sie jedoch schon auf Platz 21 aufgerückt.

Doch dies ist nur eine Momentaufnahme – die Forschungen gehen weiter…

Beginn der Erforschung von Siphon 5

Bei der letzten Hessenhautour wurde ein neues Biwak im Traumtunnel eingerichtet und am Folgetag mit der Erkundung von Siphon 5 begonnen. Der Siphon wurde ca. 20 m bis zu einer Tiefe von 7 m ausgeleint. Hier wurde der Vorstosstaucher von der Schlammwolke überholt. Bei effektiv Nullsicht konnte der Weiterweg Richtung Blauhöhlensystem noch nicht zweifelsfrei ausgemacht werden.

Auf dem Rückweg wurde der 40 m lange 4. Siphon vermessen, wodurch sich die Gesamtlänge der Hessenhauhöhle auf 3872 m erhöht hat.