Präsentation der Arge Blaukarst beim Blaubeurer Erlebnislebniswandertag

Im Rahmen des Blaubeurer Erlebniswandertages am 1. Mai stellte die Arge Blaukarst ihre Forschungsarbeit sowie die neue Broschüre “Expedition Hessenhau – Vorstoß in die Höhle ohne Ende” vor.

Die Wanderroute führte über das “Kleine Grosse Haus”, wo der neue Film der Arge Blaukarst vorgeführt wurde, schliesslich auch zur Hessenhauhöhle im Wald “Buch”. Hier gab es die Möglichkeit, einen Blick in den beleuchteten Eingangsschacht der Höhle zu werfen. Ausgehend von einem kleinen Zwischenhoch, das für gutes Wanderwetter sorgte, kam es im Verlauf des Tages zu einem deutlichen Luftdruckabfall, so dass die Wanderer eine starke Auswärtsbewetterung beobachten konnten. Ausserdem wurde eine Echtzeit- CO2-Messung mit einem neuartigen Sensor demonstriert, der sich durch einen sehr geringen Stromverbrauch auszeichnet und deshalb auch für Langzeitdatenloggerprojekte geeignet ist. Im Schacht konnten bis zu 2 % CO2 gemessen werden, selbst in der Doline waren es noch 1,3 %. Aufgrund der barometrische Bewetterung in Kombination mit dem starken CO2-Austritt gilt die Hessenhauhöhle in Fachkreisen als ein einzigartiges Naturwunder.

Im Gespräch mit Wanderern über den aktuellen Forschungsstand in der Hessenhauhöhle. Foto: Jürgen Bohnert

Die Höhlentaucher der Gruppe berichteten über die Osterbiwaktour Richtung Süden, bei der der immerhin 130 Meter lange Siphon 6 durchtaucht und ein grosser Überwassertunnel erreicht werden konnte, der im Rahmen der nächsten Tour erkundet und vermessen werden soll. Die aktuell verwendete Tauchausrüstung inklusive des Kreislaufgerätes “Raycy” wurde den Gästen dabei in der Doline demonstriert.

Insgesamt nahmen am Erlebniswandertag 1800 Wanderer teil.

Tauchgang mit Kreislaufgerät "Raycy" in der Hessenhauhöhle. Foto: Peter De Coster

Bericht der Südwestpresse über den Erlebniswandertag

 

Neue Tauchexpedition und Vortrag bei der “Langen Nacht der Höhlen”

Jürgen Bohnert und Peter De Coster gelang es, im Rahmen einer dreitägigen Biwaktour im März etwa 70 m weit in den Siphon 6 vorzustossen, was aufgrund der sehr schlechten Sichtbedingungen mit wiederholtem Warten auf das Aufklaren des Siphons und vier separaten Tauchvorstössen einen ganzen Tag in Anspruch nahm. Der Siphon bricht am Ende wieder steil nach unten ab, so dass mit einer längeren Tauchstrecke zu rechnen ist.

Insgesamt konnten im Rahmen der Tour 53 m vermessen werden, davon 20 m in einem neu entdeckten Schlot direkt oberhalb des Traumtunnelbiwaks. Dieser Schlot ist bewettert, ein Ende wurde nicht erreicht.

Am 22.03.2014 berichtete Jürgen Bohnert im Rahmen der “Langen Nacht der Höhlen” bei der BERGinale über den aktuellen Forschungsstand in der Hessenhauhöhle.

Broschüre über die Hessenhauhöhle

Die Arge Blaukarst hat anlässlich der großen Forschungserfolge in der Hessenhauhöhle bei Berghülen, Alb-Donau-Kreis, eine Broschüre mit dem Titel „Expedition Hessenhau – Vorstoß in die Höhle ohne Ende“ herausgegeben. Die vierfarbige Publikation umfasst 48 Seiten im Format 21 x 21 cm. Dargestellt werden die Grabungs- und Forschungsgeschichte, die Hessenhauhöhle selbst sowie die beginnenden wissenschaftlichen Arbeiten. Zahlreiche Bilder werden die Leser faszinieren.
Die Broschüre wurde anlässlich des Blaubeurer Erlebniswandertages am 1. Mai 2014 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie kostet 7 Euro (zzgl. Versandkosten).

Die Bestellung erfolgt am einfachsten per e-mail über info@blauhoehle.de. Alternativ ist die Broschüre auch im lokalen Buchhandel (Blaubeuren / Ulm) bzw. an der Laichinger Tiefenhöhle erhältlich.

Siehe auch Artikel in der Südwestpresse.

Neue Publikationen zum Markierungsversuch und Termine

Vor kurzem sind zwei neue wissenschaftliche Publikationen zum grossen Markierungsversuch im April 2012 erschienen.

Der erste Beitrag ist auf Deutsch erschienen, allerdings im Volltext nur für Wissenschaftler abrufbar, die über einen entsprechenden Zugang (z.B. über eine Universität) verfügen.

Der zweite Artikel ist jedoch frei im Volltext abrufbar (in der Weltsprache der Wissenschaft – also auf Englisch).

Ausserdem möchten wir auf die Vortragstermine im Februar und März hinweisen (siehe Terminkalender), bei denen neues Bild- und Videomaterial präsentiert werden wird.

Vortrag auf der Sommerbühne am Blautopf

Die Arge Blaukarst beteiligte sich zusammen mit dem Höhlenverein Blaubeuren und der Arge Blautopf am 09.08.13 am Vortrag über das Blauhöhlensystem und die Hessenhauhöhle. Vor stimmungsvoller Kulisse berichtete Jürgen Bohnert den ca. 500 Zuschauern über den aktuellen Forschungsstand in der Hessenhauhöhle.

Vor kurzem wurde beim Vorstoss nach Süden die 4-Kilometer-Marke überschritten, demnächst soll im Siphon 6 weiter Richtung Süden vorgestossen werden.

Mehr über die Veranstaltung kann auch in einem Beitrag der Südwestpresse nachgelesen werden.

Jürgen Bohnert beim Vortrag über die Hessenhauhöhle. Foto: Anke Oertel

Hessenhauhöhle überschreitet die 4-Kilometer-Marke

Im Rahmen einer Biwaktour konnten Frank Liedtke und Jürgen Bohnert durch die Vermessung der Überwasserteile südlich von Siphon 5 die Gesamtlänge der Hessenhauhöhle auf 4006 Meter erhöhen. Damit liegt diese nun vor der Falkensteiner Höhle auf Rang 4 der längsten Höhlen der Schwäbischen Alb.

Mittels Kreislaufgerät konnten dann im Siphon 6 bei fast Nullsicht über 30 m Leine verlegt werden, bis sämtliche Zwischenbefestigungen verbraucht waren. Entgegen der ursprünglichen Einschätzung gibt es bislang keine Anzeichen für ein baldiges Ende der Siphonzone. Am Umkehrpunkt ist eine Wassertiefe von 6 Metern erreicht, der Boden fällt eher noch weiter ab.

Auf dem Rückweg konnten dann im Siphon 5 bei relativ guter Sicht erstmals Videoaufnahmen gedreht und die riesigen Dimensionen wahrgenommen werden.

Die aktuellen Forschungsergebnisse sollen im Rahmen eines Vortrages über Blauhöhlensystem und Hessenhauhöhle bei der Sommerbühne in Blaubeuren am 09.08.2013 vorgestellt werden.

Auf dem Rückweg im riesigen Siphon 5. Foto: Jürgen Bohnert

Gut besuchter Vortrag bei der VdHK-Tagung in Hürben

Am 01.06.2013 fand im Rahmen der VdHK-Tagung in Hürben der gut besuchte Vortrag über die Hessenhauhöhle statt. Jürgen Bohnert berichtete über den aktuellen Forschungsstand. Mit dem Kreislaufgerät “Raycy” konnte bei der letzten Forschungstour hinter dem 5. Siphon ein grosser Flusstunnel entdeckt werden. Interessant ist, dass sowohl der Siphon als auch der sich anschliessende Gang streng nach WSW ziehen, also von der gewohnten südöstlichen Richtung abweichen. Sobald die Höhle wieder diese Richtung einschlägt könnten wie auch schon vorher längere Überwasserstrecken zu erwarten sein. Gut 50 m hinter Siphon 5 senkt sich wieder die Decke in’s Wasser, jedoch deutlich flacher als bei den vorherigen Siphonen, so dass evtl. nur mit einer kurzen Unterwasserstrecke zu rechnen ist.

Mit dem “Raycy” wurde die Erforschung des riesigen und stark verschlammten Siphons deutlich beschleunigt, weil es damit möglich wurde, bei minimalem Gasverbrauch im Siphon wiederholt längere Zeit auf das Aufklaren des Wassers zu warten, ohne dass Gasblasen an der Decke neues Sediment mobilisierten.

Insgesamt konnten 42 m Strecke vermessen werden, so dass die Gesamtlänge nunmehr auf 3945 m und die Tiefe auf 148 m angestiegen ist.

Aufgrund der Hochwassersituation im Blautopfeinzugsgebiet (maximale Blautopfschüttung 17000 l/s – d.h. ca. 8500 l/s in der Nordblau) wird es nun wohl einige Wochen dauern, bis wieder in der Höhle getaucht werden kann.

Beim Vortrag über die Hessenhauhöhle in der Hürbetalhalle. Foto: Karsten Gessert

Grosser Flusstunnel hinter Siphon 5 entdeckt

Am vergangenen Wochenende gelang es im Rahmen einer Biwaktour, den 5. Siphon in der Hessenhauhöhle zu durchtauchen und zu vermessen. Hinter dem Siphon führt ein breiter Flusstunnel weiter Richtung Blauhöhlensystem. Genauere Details wird Jürgen Bohnert in einem Vortrag am 01.06. im Rahmen der VdHK-Tagung in Hürben berichten.

Jürgen Bohnert nach der Durchtauchung des 5. Siphons mit dem Kreislaufgerät "Raycy". Foto: Frank Liedtke

Ausbau des Traumtunnelbiwaks und Tauchgang im 5. Siphon

Bei der letzten Biwaktour wurde das Traumtunnelbiwak weiter ausgebaut, so dass mittlerweile 3 Personen dort Platz finden. Als vorgeschobene Basis direkt am Siphon 5 ist es hervorragend für den weiteren Vorstoss Richtung Süden geeignet.

Mit dem Kreislaufgerät “Raycy” wurde dann erneut das ca. 15 m breite Siphonbecken am Siphon 5 nach der Fortsetzung Richtung Blauhöhlensystem abgesucht, da der Weiterweg beim letzten Tauchgang von einer hohen Lehmdüne versperrt worden war. Diesmal konnte der Weiterweg aufgrund der deutlich stärkeren Strömung (fast 3000 Sekundenliter am Blautopf) ausfindig gemacht werden.

Aufgrund des Abblasens eines Lungenautomaten – verursacht durch Eindringen von Sediment – musste jedoch leider der weitere Vorstoss auf die nächste Tour verschoben werden. Immerhin wurde festgestellt, dass der tiefste Punkt des Siphons sich bereits über 150 m unter der Geländeoberfläche befindet. Genauere Vermessungen werden folgen.

Auf dem Rückweg wurde erstmals der Bereich zwischen Siphon 5 und Tiefgarage (Siphon 3) ausgiebig fotodokumentiert.

Kurz vor dem Abtauchen im Siphon 5 mit dem "Raycy". Foto: Karsten Gessert

Gut besuchter Vortrag der Arge Blaukarst in Berghülen

Gut 500 interessierte Besucher folgten am 12.01.2013 der Einladung der Arge Blaukarst in die Berghüler Auhalle. In einem knapp zweistündigen Vortrag beleuchteten Norbert Neuser und Jürgen Bohnert die Forschungserfolge in der Hessenhauhöhle, die sich nach über fünfjähriger Grabungsphase einstellten.

Der Vortrag in der Berghüler Auhalle stiess bei der Bevölkerung auf grosses Interesse. Foto: Karsten Gessert

Deutlich wurde auch, wie wichtig die Vorarbeiten von Höhlenforschern im Aacheinzugsgebiet für den Erfolg der Grabung in der Hessenhauhöhle waren. Ohne Prof. Dr. Karl Endriss, den Pionier der höhlenkundlichen Dolinengrabung auf der Schwäbischen Alb, und die erfolgreiche Grabung durch die “Freunde der Aachhöhle” in der Aachdoline, wäre die Hessenhaugrabung vermutlich in dieser Form nicht denkbar gewesen.

Die Verbindung der Hessenhauhöhle mit  dem Blauhöhlensystem konnte im April 2012 durch einen grossangelegten Färbeversuch nachgewiesen werden. Bislang findet allerdings nur das Wasser den Weg durch den Untergrund – ob dieser auch für den Menschen befahrbar ist, werden die weiteren Forschungen zeigen.

Die Weiterforschung in der “Nordblau” – einem Ast der Blauhöhle, der etwa die Hälfte der Wasserschüttung des Blautopfes liefert – ist sowohl Richtung Laichingen als auch Richtung Blautopfhöhle nur noch mit Tauchgeräten möglich. Da der Transport der Tauchgeräte sehr aufwändig ist und die Atemgasmenge in einer standardmässig verwendeten 4-Liter-Pressluftflasche nur etwa 45 min Tauchzeit erlaubt, wurde von Jürgen Bohnert ein neues geschlossenes Kreislaufgerät namens “Raycy” entwickelt. Im Gegensatz zu kommerziell erhältlichen Kreislaufgeräten ist das “Raycy” deutlich kleiner und leichter, sowie aufgrund seiner Robustheit und der Fähigkeit, in das System eingedrungenes Wasser auch während des Betriebs zu entfernen sehr gut für den Einsatz in einer Wasserhöhle geeignet.
Das Gerät erlaubt es, die Tauchzeiten im Flachwasser gegenüber einem herkömmlichen Presslufttauchgerät um etwa den Faktor 20 zu verlängern. Mit zunehmender Tiefe wird es sogar noch wesentlich effektiver als ein herkömmliches Gerät, da der Gasverbrauch nur vom Sauerstoffverbrauch des Körpers und nicht von der Tauchtiefe abhängt.

Während des Vortrages wurde die aktuell in der Hessenhauhöhle verwendete Höhlentauchausrüstung inklusive des an der Seite getragenen “Raycy” demonstriert.

Jürgen Bohnert und Roland Konopac bei der Demonstration des "Raycy". Foto: Karsten Gessert

Der Ausblick auf das weitere Forschungspotential auf der Blaubeurer Alb machte deutlich, dass das Richtung Blautopf entwässernde Höhlensystem keinen Vergleich mit Höhlensystemen in anderen Teilen der Welt scheuen muss: Schätzungen ergeben, dass allein die Hessenhauhöhle bis Laichingen eine Gesamtganglänge von über 20 Kilometer erreichen könnte. Ein Zusammenschluss mit dem derzeit bereits über 10 Kilometer langen Blauhöhlensystem würde schlagartig ein hinsichtlich Dimensionen und Tropfsteinschmuck in Deutschland einzigartiges Höhlensystem ergeben.

Der Vortrag schloss mit der Bitte, dem neugegründeten gemeinnützigen Verein bei der Gegenfinanzierung der enormen Kosten für die Grabung, den sicheren dauerhaften Ausbau und die Forschungsarbeiten durch Spenden bzw. eine Fördermitgliedschaft zu helfen.

Ein ausführlicher Bericht über den Vortrag findet sich in der Südwestpresse vom 16.01.2013. Von der Südwestpresse wurde der Arge Blaukarst dankenswerterweise auch der Artikel im Originalformat zur Verfügung gestellt, der u.a. Bilder aus Traumtunnel und Nordblau sowie einen Gesamtplan von Blauhöhlensystem und Hessenhauhöhle zeigt.