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HESSENHAUHÖHLE IST TIEFSTE HÖHLE DES BLAUTOPFEINZUGSGEBIETES !
Am 03.07.2010 konnten Forscher der Arge Blaukarst die Hessenhauhöhle bei Berghülen bis auf eine Tiefe von 120 Metern unter dem Schachteingang vermessen. Die Hessenhauhöhle ist damit die tiefste Höhle des Blautopfeinzugsgebietes.
Einem starken Luftzug folgend konnten in den letzten Wochen mehrere Engstellen überwunden werden. Über die "100m-Kammer", in der erstmals die 100 Meter-Marke überschritten wurde, wurde der Weiterweg in den sogenannten "Halbfinalschacht" entdeckt, dessen Boden unmittelbar nach der Qualifikation der deutschen Mannschaft für das WM-Halbfinale erreicht wurde. Die neuen Höhlenteile besitzen schönen Sinterschmuck.
Das Ende wird derzeit von Blockboden gebildet. Aus mehreren Spalten strömt deutlicher Luftzug. Steine fallen in der verblockten Schachtspalte mehrere Meter tiefer, was auf weitere Fortsetzungsmöglichkeiten hindeutet.

Schöner Sinterschmuck auf 100 Meter Tiefe in der Hessenhauhöhle. Foto: Andreas Schober
VERMESSUNG BIS 88 METER TIEFE IN DER HESSENHAUHÖHLE
Aktuell konnte in der Hessenhauhöhle bis auf 88 m Tiefe unterhalb des Schachteinstiegs vermessen werden. Der Endpunkt befindet sich damit 92 m unter der Landoberfläche. Im nachfolgenden Schacht fallende Steine und der weiterhin starke Luftzug lassen auf grosses Höhlenpotential hoffen.
Über den aktuellen Forschungsstand berichteten Norbert Neuser und Thilo Müller am 15.05. auf der Jahrestagung des Verbandes Deutscher Höhlen- und Karstforscher in Ennepetal.

VORSTOSS BIS 85 METER TIEFE IN DER HESSENHAUHÖHLE
Am Osterwochenende konnte die Engstelle auf 79 Meter Tiefe in der Hessenhauhauhöhle überwunden werden. Die Forscher seilten sich bis zum derzeitigen Endpunkt in 85 Meter Tiefe ab. Am Schachtgrund ist bereits ein weiterer bewetterter Schacht einsehbar, allerdings versperrt auch hier momentan noch eine Engstelle den Zustieg.

NEULAND IN DER HESSENHAUHÖHLE !
Am Wochenende 27.+28.03.2010 gelang es Mitgliedern der Arge Blaukarst, in der Hessenhauhöhle über den "Kellerschacht" in natürliche Hohlräume vorzudringen. Über den "Sinterkarrenschacht" konnte weiter in die Tiefe abgeseilt werden. Dieser Gangabschnitt weist schöne Sinterkaskaden auf, an manchen Stellen hat das fliessende Wasser bereits wieder rinnenartige Vertiefungen in den Sinter modelliert - sogenannte "Karren".
Ausserdem ist der schon aus der Seligengrundhöhle bekannte Knöpfchensinter in grosser Zahl in den neuen Höhlenabschnitten anzutreffen.
Bei der Vorstosstour am Wochenende konnte bis in 79 m Tiefe vermessen werden. Durch eine Engstelle, die noch nicht überwunden werden konnte, ist bereits der Blick in den nächsten Schacht möglich.
Hier konnte sehr starker Luftzug festgestellt werden. Da die Temperaturdifferenz zwischen Höhle und Aussenluft zur Zeit sehr gering ist scheint hier momentan überwiegend sogenannte barometrische Bewetterung (d.h. durch Luftdruckschwankungen verursachter Höhlenwind) vorzuliegen.

Hansjörg Schneider auf 75 Meter Tiefe in der Hessenhauhöhle.
Foto: Karsten Gessert
Im Februar 2010 ist im Laichinger Höhlenfreund (44. Jahrgang, S. 37 – 44, 8 Abb.; Laichingen 2009) ein Beitrag der Arge Blaukarst mit dem Titel "Zum Stand der speläologischen Erforschung von Hessenhauhöhle (7524/117) und Seligengrundhöhle (7524/119) durch die Arbeitsgemeinschaft Blaukarst" erschienen.
Seit Januar 2010 haben wir dank unseres Tüftlers Markus Bölzle endlich wieder einen einsatzfähigen und robusten Datenlogger. Zur Zeit laufen Messungen in Seligengrundhöhle und Hessenhauhöhle. Auf dem Bild sieht man Markus mit seinem wasserdichten Datenlogger am Eingang der Hessenhauhöhle. Der Logger zeichnet neben Temperatur (Innen und Aussen) auch Luftdruck und Windgeschwindigkeit sowie Windrichtung auf. Da bei einer barometrisch bewetterten Höhle wie der Hessenhauhöhle sehr kleine Messintervalle nötig sind (wir haben momentan ein Intervall von 1 min gewählt) ist es sehr vorteilhaft, dass die Daten gleich auf eine SD Karte geschrieben werden können, deren Speicherkapazität sich im Gigabyte-Bereich bewegt, wodurch bisherige Speicherbeschränkungen gegenstandslos werden.

Foto: Jürgen Bohnert
Am 28.11.09 berichtete Jürgen Bohnert beim Blauhöhlensymposium in Laichingen über den aktuellen Forschungsstand in der Seligengrundhöhle und der Hessenhauhöhle.

Foto: Thilo Müller
Die Seligengrundhöhle ist mittlerweile auf eine Tiefe von 99 m erforscht, die Gesamtlänge beträgt 330 m.
Wasserrauschen und Luftzug in den tieferen Bereichen deuten auf weitere Fortsetzungen hin.
Auch über die Hessenhauhöhle konnte Neues berichtet werden: in 52 m Tiefe wurde hinter einer horizontalen Gangfortsetzung eine im 45°-Winkel nach unten führende Felswand entdeckt, an der entlang die Luft strömt. CO2-Messungen ergaben im Sommer 2009 bei starker Auswärtsbewetterung Werte zwischen 1,0 und 1,4%. Dies könnte auf die Verbindung mit einem weitverzweigten Höhlensystem hindeuten.
Vergleiche auch den Bericht in der Südwestpresse.

Längsschnitt der 7524/119 Seligengrundhöhle (Stand 26.11.09). Alle Rechte vorbehalten Arge Blaukarst 2009.
Am 07.11.09 berichtete Jens Freigang beim Gästeabend der Arge Grabenstetten über den neuesten Stand der Erforschung der Seligengrundhöhle. In den letzten Wochen wurde dem Luftzug weiter hinterhergegraben und eine Tiefe von über 90 m erreicht. Auch Wasserrauschen konnte schon vernommen werden.
Die Grabungsarbeiten im "Schwarzen Loch" kommen gut voran. Zwar ist die Fortsetzung schon einsehbar, bevor das Neuland befahren werden kann müssen aber erst systematische Sicherungsarbeiten durchgeführt werden. Sicherheit ist für die Mitglieder der Arge Blaukarst die allererste Priorität!
Im Bild sieht man Erich Ruopp oberhalb der Grabungsstelle. Der tiefer führende Schacht ist mit einer neuartigen Leitplankenverbautechnik gesichert worden, bei der 22 mm Schwerlastanker zum Einsatz kommen. Eine Verbauung in derartigen Tiefen ist eine grosse technische Herausforderung, da die schweren Metallteile und Werkzeuge bei jeder Tour in mehrstündigen Aktionen am Seil hinuntergeschafft werden müssen.

Foto: Jürgen Bohnert
Erneut Durchbruch in der Seligengrundhöhle: im Juli 2009 gelang es uns, nach mehrwöchiger Grabung im "Bunker" - einem bis 68 m Tiefe reichenden Leitplankenschacht - in den geräumigen Schacht des "Schwarzen Loches" abzuseilen.
Die aktuelle Vermessung ergab am Grund eine Tiefe von 88 m unter dem Höhleneingang und eine Gesamtlänge von 286 m. Der Gesamthöhenunterschied beträgt derzeit 94 m. Um in die bereits einsehbare und bewetterte Fortsetzung vorstossen zu können sind weitere Sicherungsarbeiten notwendig. Vergleiche auch den Bericht in der Südwestpresse vom 30.07.09.

Jochen Malmann im "Schwarzen Loch". Foto: Andreas Kücha.
Am 09.05.2009 hielten Mitglieder der Arge Blaukarst vor gut 300
Besuchern in der Mehrzweckhalle in Seißen einen Vortrag mit dem Titel
"Höhlenwind im Seligen Grund". Wir bedanken uns für das grosse
Interesse der Bevölkerung!

Inhaltlich ging es um den aktuellen Stand der Forschung in der
Seligengrundhöhle bei Seißen sowie der Hessenhauhöhle bei Berghülen.
Stand Mai 2009 ist die Seligengrundhöhle auf eine Länge von 231 Metern und
eine Tiefe von 65 Metern vermessen, der Gesamthöhenunterschied beträgt
derzeit 70 Meter.
Der Luftzug deutet auf weitere Fortsetzungen hin.
Auch aus der Hessenhauhöhle gab es Neuigkeiten zu berichten. Bei einer
Tropfsteindatierung mit der U/Th Methode konnte Prof. Augusto Mangini
von der Universität Heidelberg ein Minimalalter von 400 000 Jahren
(Grenze der Messmethode) feststellen. Vergleiche auch den Bericht der Südwestpresse Ulm vom 16.05.09.
Am 30.04.2009 um 20.30h hielt Jürgen Bohnert auf der Jahrestagung des
Verbandes Deutscher Höhlen- und Karstforscher in Rauenstein einen
Vortrag mit dem Titel "Der aktuelle Stand der Forschungen der Arge Blaukarst unter besonderer Berücksichtigung der Seligengrundhöhle (7524/119)".
Am 07.03.2009 fand die Mitgliederversammlung der Arge Blaukarst in sehr
angenehmer Atmosphäre im "Ochsen" in Berghülen statt. Gut 40 Teilnehmer
hatten den Weg nach Berghülen gefunden. Auf der Tagesordnung standen
neben der Besprechung der jüngsten Entdeckungen der Gruppe in der
Seligengrundhöhle bei Seißen auch einige administrative Änderungen. So
wird künftig für einen Jahresbeitrag von 40 EUR eine
Fördermitgliedschaft in der Arge Blaukarst möglich sein.
Am 07.02.2009 konnte in der Seligengrundhöhle der Einstieg in den
vorbeschriebenen Schacht erweitert werden. Über diesen Schacht gelang
dann der Abstieg in eine ca. 20 m lange Halle, die sogenannte "Krypta".
Auffallend sind die sehr stark vom Wasser zerfressenen Wände.
Am darauffolgenden Tag konnte schliesslich der Weiterweg in ein
verzweigtes Labyrinth aus Schächten, Schloten und
Horizontalfortsetzungen gefunden werden.
Dieser Abschschnitt ist ca. 100 m lang, 74 m davon wurden bereits
vermessen.
Die Höhle verfügt über schönen Tropfsteinschmuck.
Am Grunde eines 10 m tiefen Schachtes konnte aufgrund des starken
Luftzugs bereits die potentielle Fortsetzung lokalisiert werden.
Vergleiche auch den Bericht in "Südwest Aktiv".
Am 31.01.2009 konnten Mitglieder der Arge Blaukarst in der
Seligengrundhöhle durch eine Engstelle in eine ca. 4 m lange Kammer
vordringen. Hier verschwindet der Luftzug in einem bislang noch
unerforschten Schacht. Der Schachteinstieg ist momentan noch zu eng und
muss erst erweitert werden. Darunter setzt der Schacht sich jedoch
deutlich grösser fort.
Ein Bericht über die aktuelle Situation in der Seligengrundhöhle findet sich auch im "Blaumännle".
Am 9.11.08 haben wir nach freundlicher Genehmigung durch
Stadtverwaltung Blaubeuren / Ortschaftsrat Seißen, das Landratsamt
Alb-Donau-Kreis und das Landesamt für Denkmalpflege im "Seligengrund"
nordwestlich von Blaubeuren mit der Grabung in einer bewetterten
Felsspalte begonnen. Das Objekt war im Sommer 2008 bei einer
Geländebegehung durch Mitglieder der Arge Blaukarst entdeckt worden.
Aufgrund der deutlichen thermischen Bewetterung (meteotiefer Eingang)
hoffen wir, im Verlauf der Grabung eine Verbindung zum
Blauhöhlen-System herstellen zu können.
Am 23.05.08 hielten Jürgen Bohnert und Norbert Neuser bei der Jahrestagung des VdHK
einen Vortrag über die Hessenhauhöhle.
Bericht vom Vortrag über die Hessenhauhöhle im Rahmen des 7. Symposiums Verkarstung in Süddeutschland am 24.11.07.
Am Freitag, den 30.03.2007 hielt die Arge Blaukarst in der Auhalle in Berghülen
vor ca. 300 interessierten Zuschauern einen Vortrag über die Grabung in
der Hessenhaudoline und die Forschung in der neu entdeckten
Hessenhauhöhle. Es gibt einen kurzen Vortragsbericht basierend auf einem Artikel der Südwestpresse,
der den Vortragsinhalt im wesentlichen korrekt zusammenfasst.
Allerdings muss hier eine Aussage noch korrigiert werden: Aufgefallen
ist die Hessenhaudoline den Höhlenforschern nicht durch
Schneeabschmelzungen - die gab es an anderer Stelle im
Blautopfeinzugsgebiet - sondern durch starke auswärtsgerichtete
Bewetterung im Mai 2005 am Ende eines recht heissen Tages. Im Winter
ist die Bewetterung an der Hessenhaudoline überwiegend
einwärtsgerichtet - vergleiche die entsprechenden Aussagen im Kapitel
über die Bewetterung - wodurch es nicht zu Schneeabschmelzungen kommen kann.
Am 30. Dezember 2006 stießen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Blaukarst in etwa 30 Metern Grabungstiefe auf ein schmales Fenster
zwischen den Gesteinsblöcken. Nach einer kurzen Grabungsaktion konnte
dieses auf für Menschen befahrbare Größe erweitert werden. Die Forscher
zwängten sich durch den Spalt und fanden eine Halle, die eine Fläche
von etwa 8 mal 10 Metern aufweist und 5 Meter hoch ist. Der Hohlraum
ist mit Lehm und Bruchgestein bedeckt, er weist kaum Sinterschmuck auf.
Er wurde "I-Punkt-Halle" genannt, weil seine Entdeckung sozusagen
den I-Punkt auf ein außergewöhnliches Forschungsjahr 2006 im
Blauhöhlensystem setzt: Nach den großen Entdeckungen im Blautopf und
der Vetterhöhle konnte jetzt auch in der „Hessenhauhöhle“ ein erster
Erfolg erzielt werden. Mögliche Fortsetzungen der Halle sind verstürzt.
In den letzten Wochen waren Sicherungsarbeiten notwendig, um möglichst
gefahrlos weitergraben zu können. Wir hoffen, von hier aus in weiterführende natürliche Hohlräume
vorstoßen zu können. Ob dies gelingt, werden die kommenden
Grabungseinsätze zeigen. Der Luftzug weist auf jeden Fall den weiteren
Weg...
In der I-Punkt-Halle (Foto: Andreas Schober, Assistenz: Richard Frank, Florian Gruner)
Derzeitige Tiefe des Grabungsschachtes: 54 Meter.
Geschätzte Höhendifferenz bis zum Karstwasserspiegel (~550 mNN lt. Villinger, 1999): 75 Meter.
Gesamtlänge: 82 Meter.
Und hier der Längsschnitt der Hessenhauhöhle (Stand 13.08.07):
Bewetterungsdaten:
Anstelle der Windgeschwindigkeits-Tabelle gibt es hier eine grafische Darstellung der Bewetterung.
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