Kurzmitteilung

Im Februar 2010 ist im Laichinger Höhlenfreund (44. Jahrgang, S. 37 – 44, 8 Abb.; Laichingen 2009) ein Beitrag der Arge Blaukarst mit dem Titel “Zum Stand der speläologischen Erforschung von Hessenhauhöhle (7524/117) und Seligengrundhöhle (7524/119) durch die Arbeitsgemeinschaft Blaukarst” erschienen.

Datenlogger Update

Markus Bölzle; Foto: Jürgen Bohnert

Markus Bölzle; Foto: Jürgen Bohnert

Seit Januar 2010 haben wir dank unseres Tüftlers Markus Bölzle endlich wieder einen einsatzfähigen und robusten Datenlogger. Zur Zeit laufen Messungen in Seligengrundhöhle und Hessenhauhöhle. Auf dem Bild sieht man Markus mit seinem wasserdichten Datenlogger am Eingang der Hessenhauhöhle. Der Logger zeichnet neben Temperatur (Innen und Aussen) auch Luftdruck und Windgeschwindigkeit sowie Windrichtung auf. Da bei einer barometrisch bewetterten Höhle wie der Hessenhauhöhle sehr kleine Messintervalle nötig sind (wir haben momentan ein Intervall von 1 min gewählt) ist es sehr vorteilhaft, dass die Daten gleich auf eine SD Karte geschrieben werden können, deren Speicherkapazität sich im Gigabyte-Bereich bewegt, wodurch bisherige Speicherbeschränkungen gegenstandslos werden.

Blauhöhlensysmposium in Laichingen

Jürgen Bohnert spricht in Laichingen; Foto: Thilo Müller

Jürgen Bohnert spricht in Laichingen; Foto: Thilo Müller

Längsschnitt der 7524/119 Seligengrundhöhle (Stand 26.11.09). Alle Rechte vorbehalten Arge Blaukarst 2009.

Längsschnitt der 7524/119 Seligengrundhöhle (Stand 26.11.09). Alle Rechte vorbehalten Arge Blaukarst 2009.

Am 28.11.09 berichtete Jürgen Bohnert beim Blauhöhlensymposium in Laichingen über den aktuellen Forschungsstand in der Seligengrundhöhle und der Hessenhauhöhle.

Die Seligengrundhöhle ist mittlerweile auf eine Tiefe von 99 m erforscht, die Gesamtlänge beträgt 330 m. Wasserrauschen und Luftzug in den tieferen Bereichen deuten auf weitere Fortsetzungen hin.
Auch über die Hessenhauhöhle konnte Neues berichtet werden: in 52 m Tiefe wurde hinter einer horizontalen Gangfortsetzung eine im 45°-Winkel nach unten führende Felswand entdeckt, an der entlang die Luft strömt. CO2-Messungen ergaben im Sommer 2009 bei starker Auswärtsbewetterung Werte zwischen 1,0 und 1,4%. Dies könnte auf die Verbindung mit einem weitverzweigten Höhlensystem hindeuten.
Vergleiche auch den Bericht in der Südwestpresse.

Grabung im Schwarzen Loch, Seligengrundhöhle

Die Grabungsarbeiten im “Schwarzen Loch” kommen gut voran. Zwar ist die Fortsetzung schon einsehbar, bevor das Neuland befahren werden kann müssen aber erst systematische Sicherungsarbeiten durchgeführt werden. Sicherheit ist für die Mitglieder der Arge Blaukarst die allererste Priorität!
Im Bild sieht man Erich Ruopp oberhalb der Grabungsstelle. Der tiefer führende Schacht ist mit einer neuartigen Leitplankenverbautechnik gesichert worden, bei der 22 mm Schwerlastanker zum Einsatz kommen. Eine Verbauung in derartigen Tiefen ist eine grosse technische Herausforderung, da die schweren Metallteile und Werkzeuge bei jeder Tour in mehrstündigen Aktionen am Seil hinuntergeschafft werden müssen.

Leitplankenverbau in der Tiefe; Foto: Jürgen Bohnert

Leitplankenverbau in der Tiefe; Foto: Jürgen Bohnert

Weiterer Durchbruch Seligengrundhöhle

Erneut Durchbruch in der Seligengrundhöhle: im Juli 2009 gelang es uns, nach mehrwöchiger Grabung im “Bunker” – einem bis 68 m Tiefe reichenden Leitplankenschacht – in den geräumigen Schacht des “Schwarzen Loches” abzuseilen.
Die aktuelle Vermessung ergab am Grund eine Tiefe von 88 m unter dem Höhleneingang und eine Gesamtlänge von 286 m. Der Gesamthöhenunterschied beträgt derzeit 94 m. Um in die bereits einsehbare und bewetterte Fortsetzung vorstossen zu können sind weitere Sicherungsarbeiten notwendig. Vergleiche auch den Bericht in der Südwestpresse vom 30.07.09.

Jochen Malmann im "Schwarzen Loch". Foto: Andreas Kücha.

Jochen Malmann im "Schwarzen Loch". Foto: Andreas Kücha.

 

Vortrag in Seißen

Am 09.05.2009 hielten Mitglieder der Arge Blaukarst vor gut 300 Besuchern in der Mehrzweckhalle in Seißen einen Vortrag mit dem Titel “Höhlenwind im Seligen Grund”. Wir bedanken uns für das grosse Interesse der Bevölkerung!

Inhaltlich ging es um den aktuellen Stand der Forschung in der Seligengrundhöhle bei Seißen sowie der Hessenhauhöhle bei Berghülen. Stand Mai 2009 ist die Seligengrundhöhle auf eine Länge von 231 Metern und eine Tiefe von 65 Metern vermessen, der Gesamthöhenunterschied beträgt derzeit 70 Meter.

Der Luftzug deutet auf weitere Fortsetzungen hin.
Auch aus der Hessenhauhöhle gab es Neuigkeiten zu berichten. Bei einer Tropfsteindatierung mit der U/Th Methode konnte Prof. Augusto Mangini von der Universität Heidelberg ein Minimalalter von 400 000 Jahren (Grenze der Messmethode) feststellen. Vergleiche auch den Bericht der Südwestpresse Ulm vom 16.05.09.


Kurzmitteilung

Am 30.04.2009 um 20.30h hielt Jürgen Bohnert auf der Jahrestagung des Verbandes Deutscher Höhlen- und Karstforscher in Rauenstein einen Vortrag mit dem Titel “Der aktuelle Stand der Forschungen der Arge Blaukarst unter besonderer Berücksichtigung der Seligengrundhöhle (7524/119)”.

Erste Erfolge in der Seligengrundhöhle

Am 07.02.2009 konnte in der Seligengrundhöhle der Einstieg in den vorbeschriebenen Schacht erweitert werden. Über diesen Schacht gelang dann der Abstieg in eine ca. 20 m lange Halle, die sogenannte “Krypta”. Auffallend sind die sehr stark vom Wasser zerfressenen Wände. Am darauffolgenden Tag konnte schliesslich der Weiterweg in ein verzweigtes Labyrinth aus Schächten, Schloten und Horizontalfortsetzungen gefunden werden. Dieser Abschschnitt ist ca. 100 m lang, 74 m davon wurden bereits vermessen. Die Höhle verfügt über schönen Tropfsteinschmuck. Am Grunde eines 10 m tiefen Schachtes konnte aufgrund des starken Luftzugs bereits die potentielle Fortsetzung lokalisiert werden.

Vergleiche auch den Bericht in “Südwest Aktiv”.

Stand Grabung Seligengrundhöhle

Am 31.01.2009 konnten Mitglieder der Arge Blaukarst in der Seligengrundhöhle durch eine Engstelle in eine ca. 4 m lange Kammer vordringen. Hier verschwindet der Luftzug in einem bislang noch unerforschten Schacht. Der Schachteinstieg ist momentan noch zu eng und muss erst erweitert werden. Darunter setzt der Schacht sich jedoch deutlich grösser fort.
Ein Bericht über die aktuelle Situation in der Seligengrundhöhle findet sich auch im “Blaumännle”.