Neuer Plan der Hessenhauhöhle vorgestellt

Pressemitteilung der Arge Blaukarst

Im Rahmen der 100-Jahr Feier des Salzburger Höhlenvereins hielten Mitglieder der Arge Blaukarst den Vortrag “Höhlensuche und Grabungen am Beispiel des Blautopfeinzugsgebietes”, in dem die Methoden geschildert wurden, die zur Entdeckung der Seligengrundhöhle und der Hessenhauhöhle geführt haben.

Dabei wurde auch der aktuelle Höhlenplan vorgestellt. Die momentane Gesamtlänge liegt bei 2070 Meter

Momentan wurde an fünf Horizontalfortsetzungen auf offener Strecke umgedreht. Auch etliche Schlote warten noch auf die weitere Erforschung. Hinter dem “Säulensiphon” konnten 50 Meter Strecke in einem bis zu 20 m breiten Flusstunnel erkundet werden. Anschliessend taucht der Gang wieder in den sogenannten “Karrensiphon” ab, der noch nicht durchtaucht wurde.

Interessanterweise befindet sich aber vor diesem Siphon noch eine bewetterte Horizontalkluft, die eventuell als Umgehung fungiert. Auch am Ende des “Muschelgangs” wurde durch Grabungen eine kleine Fortsetzung entdeckt, über die eventuell der “Säulensiphon” umgangen werden kann.

Der aktuelle Grundriss der Hessenhauhöhle (10/2011). Zum Vergrößern auf den Plan klicken.

Der aktuelle Grundriss der Hessenhauhöhle (10/2011). Zum Vergrößern auf den Plan klicken.

Blaubach weitererforscht, Tauchgang im Spaghetti- und Säulensiphon

Nach der Sommerpause setzte die Arge Blaukarst am vergangenen Wochenende die Weiterforschung in der Hessenhauhöhle fort. Aus Effizienz- und Sicherheitsgründen wurde dabei ein Biwak in der Höhle installiert und gleich für die erste Übernachtung im Rahmen einer 30-stündigen Tour genutzt.

Ein Team konnte den Spaghettisiphon auf 35 m Gesamtlänge vermessen und das Leinenende im Lehmhang auf der anderen Seite fixieren. Nach einem kurzen Halbsiphon setzt sich der Gang weiter fort. Hier mündet auch ein noch nicht erkundeter Seitengang ein.

Ein anderes Team forschte zeitgleich im Blaubach weiter. Nach einigen unangenehmen Engstellen und Halbsiphonen standen die Forscher plötzlich in einem 2-4 m breiten Bachstollen mit zum Teil wunderschöner Versinterung. Der Gang erinnert vom Charakter her stellenweise an die Falkensteiner Höhle. Nachdem 98 m Ganglänge vermessen worden waren wurde in einer etwa 10 m breiten Halle umgedreht. Der Gang setzt sich Richtung WSW weiter fort.

Ausserdem wurde ein Richtung Süden ziehender Seitengang entdeckt, der vermutlich als Hochwasserabfluss fungiert und den die Forscher aufgrund der charakteristischen Versinterungen “Knöpfchensintergang” nannten. Die weitere Erforschung steht noch aus.

Am Sonntag wurde dann noch mit der Betauchung und Ausleinung des Richtung Blauhöhlensystems ziehenden Säulensiphons begonnen. Das Ende des Siphons konnte noch nicht erreicht werden. Die Arbeiten gestalten sich aufgrund der schlechten Unterwassersicht im flussabwärts gelegenen Siphon recht schwierig.

Durch die aktuelle Tour hat sich die Gesamtlänge der Hessenhauhöhle auf 1824 m erhöht. Über den neuesten Forschungsstand wird die Arge Blaukarst auch im Rahmen der 100-Jahr-Feier des Salzburger Höhlenvereins auf der VÖH (Verband österreichischer Höhlenforscher) – Tagung in Scheffau berichten. Der Vortrag am 24.09.2011 um 14.00h trägt den Titel “Höhlensuche und Grabungen am Beispiel des Blautopfeinzugsgebietes”.

Frank Liedtke im Biwak der Hessenhauhöhle (Foto: Jürgen Bohnert)

Frank Liedtke im Biwak der Hessenhauhöhle (Foto: Jürgen Bohnert)

Gut besuchter Vortrag in der Auhalle in Berghülen

Kurz vor Vortragsbeginn in der Auhalle (Foto: Anke Oertel)

Kurz vor Vortragsbeginn in der Auhalle (Foto: Anke Oertel)

Am 02.07.2010 berichtete die Arge Blaukarst im Rahmen eines öffentlichen Vortrages vor gut 400 Zuschauern in der Auhalle in Berghülen über die jüngsten Entdeckungen in der Hessenhauhöhle.

Besondere Aufmerksamkeit riefen die Fotos aus der “Galerie des Excentriques” hervor, einem Abschnitt der “Nordblau”, der sich durch wunderschöne Tropfsteinformationen auszeichnet.

Ausführlich wurde auch auf die Forschungsgeschichte eingegangen. Neben den beiden Hauptfortsetzungen hinter dem Spaghettisiphon und dem Säulensiphon (letzterer wurde bislang noch nicht durchtaucht) stellten die Forscher auch die zahlreichen Seitengänge, wie z.B. den “Blaubach”, vor, die bisher nur zum Teil erkundet und vermessen werden konnten. Die aktuelle Gesamtlänge liegt momentan bei 1599 Metern.

Bericht über den Vortrag in der Südwestpresse vom 08.07.2011

Vortrag über die aktuellen Forschungserfolge der Arge Blaukarst in der Hessenhauhöhle, Gemeinde Berghülen, Alb-Donau-Kreis

10.6.2011: Etwa 2 Kilometer südlich von Berghülen befindet sich im Wald “Buch” die Hessenhaudoline. Nach Entdeckung eines auffälligen Luftzuges im Mai 2005 gruben hier seit Januar 2006 Höhlenforscher der Arbeitsgemeinschaft Blaukarst einen 130 Meter tiefen Schacht aus, um schließlich Ende März 2011 den Zustieg zu einem bis dahin unbekannten Höhlenfluss freizulegen. Innerhalb weniger Wochen konnte dieser “Nordblau” benannte Fluss auf fast einen Kilometer Länge erforscht werden. Der Flusstunnel ist bis zu 20 Meter breit und hoch und weist stellenweise traumhaften Sinterschmuck auf. Die Forschungen werden sicher noch viele Monate und Jahre andauern, da die Forschungstouren sehr anspruchsvoll sind. Die Arge Blaukarst erwartet, dass die “Nordblau” ein Teil des Blauhöhlensystems wird und auch noch weiter Richtung Laichingen verfolgt werden kann.

Um die örtliche Bevölkerung über dieses erfolgreiche Projekt und die jüngsten Entdeckungen zu informieren, findet am Samstag, den 2. Juli 2011 um 20:30 Uhr eine Vortragsveranstaltung in der Auhalle in Berghülen statt. Der Eintritt ist frei, die Halle ist ab 19:30 Uhr geöffnet. Für Getränke ist gesorgt.

Zwischen Suppinger und Spaghettisiphon (Foto: Andreas Kücha)

Zwischen Suppinger und Spaghettisiphon (Foto: Andreas Kücha)

Vermessung bis 88 Meter Tiefe in der Hessenhauhöhle

Aktuell konnte in der Hessenhauhöhle bis auf 88 m Tiefe unterhalb des Schachteinstiegs vermessen werden. Der Endpunkt befindet sich damit 92 m unter der Landoberfläche. Im nachfolgenden Schacht fallende Steine und der weiterhin starke Luftzug lassen auf grosses Höhlenpotential hoffen.
Über den aktuellen Forschungsstand berichteten Norbert Neuser und Thilo Müller am 15.05. auf der Jahrestagung des Verbandes Deutscher Höhlen- und Karstforscher in Ennepetal.

Blauhöhlensysmposium in Laichingen

Jürgen Bohnert spricht in Laichingen; Foto: Thilo Müller

Jürgen Bohnert spricht in Laichingen; Foto: Thilo Müller

Längsschnitt der 7524/119 Seligengrundhöhle (Stand 26.11.09). Alle Rechte vorbehalten Arge Blaukarst 2009.

Längsschnitt der 7524/119 Seligengrundhöhle (Stand 26.11.09). Alle Rechte vorbehalten Arge Blaukarst 2009.

Am 28.11.09 berichtete Jürgen Bohnert beim Blauhöhlensymposium in Laichingen über den aktuellen Forschungsstand in der Seligengrundhöhle und der Hessenhauhöhle.

Die Seligengrundhöhle ist mittlerweile auf eine Tiefe von 99 m erforscht, die Gesamtlänge beträgt 330 m. Wasserrauschen und Luftzug in den tieferen Bereichen deuten auf weitere Fortsetzungen hin.
Auch über die Hessenhauhöhle konnte Neues berichtet werden: in 52 m Tiefe wurde hinter einer horizontalen Gangfortsetzung eine im 45°-Winkel nach unten führende Felswand entdeckt, an der entlang die Luft strömt. CO2-Messungen ergaben im Sommer 2009 bei starker Auswärtsbewetterung Werte zwischen 1,0 und 1,4%. Dies könnte auf die Verbindung mit einem weitverzweigten Höhlensystem hindeuten.
Vergleiche auch den Bericht in der Südwestpresse.

Vortrag in Seißen

Am 09.05.2009 hielten Mitglieder der Arge Blaukarst vor gut 300 Besuchern in der Mehrzweckhalle in Seißen einen Vortrag mit dem Titel “Höhlenwind im Seligen Grund”. Wir bedanken uns für das grosse Interesse der Bevölkerung!

Inhaltlich ging es um den aktuellen Stand der Forschung in der Seligengrundhöhle bei Seißen sowie der Hessenhauhöhle bei Berghülen. Stand Mai 2009 ist die Seligengrundhöhle auf eine Länge von 231 Metern und eine Tiefe von 65 Metern vermessen, der Gesamthöhenunterschied beträgt derzeit 70 Meter.

Der Luftzug deutet auf weitere Fortsetzungen hin.
Auch aus der Hessenhauhöhle gab es Neuigkeiten zu berichten. Bei einer Tropfsteindatierung mit der U/Th Methode konnte Prof. Augusto Mangini von der Universität Heidelberg ein Minimalalter von 400 000 Jahren (Grenze der Messmethode) feststellen. Vergleiche auch den Bericht der Südwestpresse Ulm vom 16.05.09.


Vortrag in Berghülen

Am Freitag, den 30.03.2007 hielt die Arge Blaukarst in der Auhalle in Berghülen vor ca. 300 interessierten Zuschauern einen Vortrag über die Grabung in der Hessenhaudoline und die Forschung in der neu entdeckten Hessenhauhöhle.
Es gibt einen kurzen Vortragsbericht basierend auf einem Artikel der Südwestpresse, der den Vortragsinhalt im wesentlichen korrekt zusammenfasst. Allerdings muss hier eine Aussage noch korrigiert werden: Aufgefallen ist die Hessenhaudoline den Höhlenforschern nicht durch Schneeabschmelzungen – die gab es an anderer Stelle im Blautopfeinzugsgebiet – sondern durch starke auswärtsgerichtete Bewetterung im Mai 2005 am Ende eines recht heissen Tages. Im Winter ist die Bewetterung an der Hessenhaudoline überwiegend einwärtsgerichtet – vergleiche die entsprechenden Aussagen im Kapitel über die Bewetterung – wodurch es nicht zu Schneeabschmelzungen kommen kann.