Blaubach weitererforscht, Tauchgang im Spaghetti- und Säulensiphon

Nach der Sommerpause setzte die Arge Blaukarst am vergangenen Wochenende die Weiterforschung in der Hessenhauhöhle fort. Aus Effizienz- und Sicherheitsgründen wurde dabei ein Biwak in der Höhle installiert und gleich für die erste Übernachtung im Rahmen einer 30-stündigen Tour genutzt.

Ein Team konnte den Spaghettisiphon auf 35 m Gesamtlänge vermessen und das Leinenende im Lehmhang auf der anderen Seite fixieren. Nach einem kurzen Halbsiphon setzt sich der Gang weiter fort. Hier mündet auch ein noch nicht erkundeter Seitengang ein.

Ein anderes Team forschte zeitgleich im Blaubach weiter. Nach einigen unangenehmen Engstellen und Halbsiphonen standen die Forscher plötzlich in einem 2-4 m breiten Bachstollen mit zum Teil wunderschöner Versinterung. Der Gang erinnert vom Charakter her stellenweise an die Falkensteiner Höhle. Nachdem 98 m Ganglänge vermessen worden waren wurde in einer etwa 10 m breiten Halle umgedreht. Der Gang setzt sich Richtung WSW weiter fort.

Ausserdem wurde ein Richtung Süden ziehender Seitengang entdeckt, der vermutlich als Hochwasserabfluss fungiert und den die Forscher aufgrund der charakteristischen Versinterungen “Knöpfchensintergang” nannten. Die weitere Erforschung steht noch aus.

Am Sonntag wurde dann noch mit der Betauchung und Ausleinung des Richtung Blauhöhlensystems ziehenden Säulensiphons begonnen. Das Ende des Siphons konnte noch nicht erreicht werden. Die Arbeiten gestalten sich aufgrund der schlechten Unterwassersicht im flussabwärts gelegenen Siphon recht schwierig.

Durch die aktuelle Tour hat sich die Gesamtlänge der Hessenhauhöhle auf 1824 m erhöht. Über den neuesten Forschungsstand wird die Arge Blaukarst auch im Rahmen der 100-Jahr-Feier des Salzburger Höhlenvereins auf der VÖH (Verband österreichischer Höhlenforscher) – Tagung in Scheffau berichten. Der Vortrag am 24.09.2011 um 14.00h trägt den Titel “Höhlensuche und Grabungen am Beispiel des Blautopfeinzugsgebietes”.

Frank Liedtke im Biwak der Hessenhauhöhle (Foto: Jürgen Bohnert)

Frank Liedtke im Biwak der Hessenhauhöhle (Foto: Jürgen Bohnert)

Willkommen auf der Seite der Hessenhau- und Seligengrundgrabung!

Hervorgehoben

Diese Seite berichtet über die mittlerweile erfolgreiche Grabung in der Hessenhauhöhle und der Seligengrundhöhle auf der Blaubeurer Alb. Ziel der Grabung war es, einen Zugang zur darunterliegenden Blauhöhle zu finden. Dieses Ziel wurde am 26.03.2011 in der Hessenhauhöhle erreicht! Eine Verbindung zu den bekannten Teilen des Blauhöhlensystems konnte bislang noch nicht hergestellt werden, allerdings ist die hydraulische Verbindung beider Höhlensysteme durch einen am 21.04.2012 durchgeführten Markierungsversuch mit Uranin mittlerweile bewiesen.

Nachfolgend unsere aktuellen Forschungsneuigkeiten!

Gut besuchter Vortrag in der Auhalle in Berghülen

Kurz vor Vortragsbeginn in der Auhalle (Foto: Anke Oertel)

Kurz vor Vortragsbeginn in der Auhalle (Foto: Anke Oertel)

Am 02.07.2010 berichtete die Arge Blaukarst im Rahmen eines öffentlichen Vortrages vor gut 400 Zuschauern in der Auhalle in Berghülen über die jüngsten Entdeckungen in der Hessenhauhöhle.

Besondere Aufmerksamkeit riefen die Fotos aus der “Galerie des Excentriques” hervor, einem Abschnitt der “Nordblau”, der sich durch wunderschöne Tropfsteinformationen auszeichnet.

Ausführlich wurde auch auf die Forschungsgeschichte eingegangen. Neben den beiden Hauptfortsetzungen hinter dem Spaghettisiphon und dem Säulensiphon (letzterer wurde bislang noch nicht durchtaucht) stellten die Forscher auch die zahlreichen Seitengänge, wie z.B. den “Blaubach”, vor, die bisher nur zum Teil erkundet und vermessen werden konnten. Die aktuelle Gesamtlänge liegt momentan bei 1599 Metern.

Bericht über den Vortrag in der Südwestpresse vom 08.07.2011

Vortrag über die aktuellen Forschungserfolge der Arge Blaukarst in der Hessenhauhöhle, Gemeinde Berghülen, Alb-Donau-Kreis

10.6.2011: Etwa 2 Kilometer südlich von Berghülen befindet sich im Wald “Buch” die Hessenhaudoline. Nach Entdeckung eines auffälligen Luftzuges im Mai 2005 gruben hier seit Januar 2006 Höhlenforscher der Arbeitsgemeinschaft Blaukarst einen 130 Meter tiefen Schacht aus, um schließlich Ende März 2011 den Zustieg zu einem bis dahin unbekannten Höhlenfluss freizulegen. Innerhalb weniger Wochen konnte dieser “Nordblau” benannte Fluss auf fast einen Kilometer Länge erforscht werden. Der Flusstunnel ist bis zu 20 Meter breit und hoch und weist stellenweise traumhaften Sinterschmuck auf. Die Forschungen werden sicher noch viele Monate und Jahre andauern, da die Forschungstouren sehr anspruchsvoll sind. Die Arge Blaukarst erwartet, dass die “Nordblau” ein Teil des Blauhöhlensystems wird und auch noch weiter Richtung Laichingen verfolgt werden kann.

Um die örtliche Bevölkerung über dieses erfolgreiche Projekt und die jüngsten Entdeckungen zu informieren, findet am Samstag, den 2. Juli 2011 um 20:30 Uhr eine Vortragsveranstaltung in der Auhalle in Berghülen statt. Der Eintritt ist frei, die Halle ist ab 19:30 Uhr geöffnet. Für Getränke ist gesorgt.

Zwischen Suppinger und Spaghettisiphon (Foto: Andreas Kücha)

Zwischen Suppinger und Spaghettisiphon (Foto: Andreas Kücha)

Sitzungswochenende in Berghülen

4.05.2011: Am 1. Mai fand in Berghülen im Ochsen die Durchbruchssitzung der Arge Blaukarst statt. Mit fünf Jahre altem Durchbruchssekt, der eigens für diesen Zweck in der I-Punkthalle gelagert worden war, stiessen wir auf die grossen Erfolge der letzten Wochen an.

Ab dem kommenden Wochenende soll dann in der Hessenhauhöhle wieder weitergeforscht werden.

Anstoßen auf den Durchbruchserfolg (Foto: Jürgen Bohnert)

Anstoßen auf den Durchbruchserfolg (Foto: Jürgen Bohnert)

Flusstunnel in der Hessenhauhöhle

Pressemitteilung der Arge Blaukarst vom 04.04.2011:

Am vergangenen Wochenende konnten Mitglieder der Arge Blaukarst den unterirdischen Flusslauf der “Nordblau” weiterverfolgen. Flussabwärts – d.h. Richtung Süden – endete die Vermessung nach 50 Metern an einer Unterwasserpassage, dem sogenannten “Säulensiphon”. Evtl. besteht jedoch eine Möglichkeit diesen Siphon über einen grossen Kamin an der Decke zu umgehen, der bei einer der nächsten Touren erklettert werden soll.

Flussaufwärts konnten in dem 5-10 Meter breiten und 10-20 Meter hohen Gang 300 Meter Strecke in westnordwestlicher Richtung vermessen werden. Teils müssen tiefere Wasserpassagen schwimmend oder mit dem Boot gequert werden. Die Strömung ist stellenweise sehr stark. Grosse Tropfsteinsäulen von bis zu 10 Meter Höhe, Tropfsteinvorhänge und sogenannte Excentriques – filigrane Tropsteingebilde, die in bizzaren Formen entgegen der Schwerkraft wachsen – säumen den Weg.

Die aktuelle Gesamttiefe der Hessenhauhöhle beträgt mittlerweile 136 Meter, die Gesamtlänge liegt bei 700 Metern.

Bericht der Südwestpresse vom 05.04.2011 zu den neuen Entdeckungen in der Hessenhauhöhle

Bootsfahrt auf der Nordblau (Foto: Andreas Schober)

Bootsfahrt auf der Nordblau (Foto: Andreas Schober)

Die Hessenhauhöhle ist die tiefste Höhle der Schwäbischen Alb

Offizielle Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Blaukarst:

Am 12.03.2011 gelang es Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Blaukarst, die 3,3 Kilometer nordwestlich des Blautopfes bei Blaubeuren gelegene Hessenhauhöhle (Markung Berghülen, Alb-Donau-Kreis) bis auf eine Tiefe von aktuell 127 Meter unter dem Eingang zu vermessen. Die Hessenhauhöhle ist damit die tiefste Höhle der Schwäbischen Alb.
Am Wochenende konnte ein enger Canyongang, der vom sogenannten “Regenschacht” abzweigt und bei Hochwasser als Wassersammler fungiert, bis zu einer kleinen Wasserfläche verfolgt werden. Der Weiterweg wird hier momentan noch durch Versturzblöcke verlegt, die während der kommenden Touren beseitigt werden sollen.

In der Hessenhauhöhle wird seit dem 07.01.2006 durch die Arbeitsgemeinschaft Blaukarst – einem Zusammenschluss von Höhlenforschern der vier Höhlenvereine Arbeitsgemeinschaft Höhle & Karst Grabenstetten e.V., Freunde der Aachhöhle e.V., Höhlenforschungsgruppe Ostalb-Kirchheim e.V. und Höhlen- und Heimatverein Laichingen e.V. – gegraben.
Auslöser der Grabung war die Entdeckung eines starken Luftzuges in der sogenannten Hessenhaudoline, einer oberhalb der Hessenhauhöhle befindlichen Doline, die sich im Einzugsgebiet des Blautopfes befindet. Die vermutete Verbindung mit den grossen Gängen des Blauhöhlensystems konnte zwar bislang noch nicht hergestellt werden, der Luftzug am derzeitigen Höhlenende in 127 Meter Tiefe deutet jedoch auf weitere Fortsetzungsmöglichkeiten hin. Die aktuelle Höhendifferenz zum Wasserspiegel des Blautopfes beträgt nur noch 39 Meter.

Bericht der Südwestpresse vom 18.03.2011 zum neuen Forschungsstand in der Hessenhauhöhle

Vortrag in Seißen

Am 09.05.2009 hielten Mitglieder der Arge Blaukarst vor gut 300 Besuchern in der Mehrzweckhalle in Seißen einen Vortrag mit dem Titel “Höhlenwind im Seligen Grund”. Wir bedanken uns für das grosse Interesse der Bevölkerung!

Inhaltlich ging es um den aktuellen Stand der Forschung in der Seligengrundhöhle bei Seißen sowie der Hessenhauhöhle bei Berghülen. Stand Mai 2009 ist die Seligengrundhöhle auf eine Länge von 231 Metern und eine Tiefe von 65 Metern vermessen, der Gesamthöhenunterschied beträgt derzeit 70 Meter.

Der Luftzug deutet auf weitere Fortsetzungen hin.
Auch aus der Hessenhauhöhle gab es Neuigkeiten zu berichten. Bei einer Tropfsteindatierung mit der U/Th Methode konnte Prof. Augusto Mangini von der Universität Heidelberg ein Minimalalter von 400 000 Jahren (Grenze der Messmethode) feststellen. Vergleiche auch den Bericht der Südwestpresse Ulm vom 16.05.09.


Mitgliederversammlung Arge Blaukarst

Am 07.03.2009 fand die Mitgliederversammlung der Arge Blaukarst in sehr angenehmer Atmosphäre im “Ochsen” in Berghülen statt. Gut 40 Teilnehmer hatten den Weg nach Berghülen gefunden. Auf der Tagesordnung standen neben der Besprechung der jüngsten Entdeckungen der Gruppe in der Seligengrundhöhle bei Seißen auch einige administrative Änderungen. So wird künftig für einen Jahresbeitrag von 40 EUR eine Fördermitgliedschaft in der Arge Blaukarst möglich sein.

Versammlung im Ochsen in Berghülen; Foto: Jürgen Bohnert, Arge Blaukarst

Versammlung im Ochsen in Berghülen; Foto: Jürgen Bohnert, Arge Blaukarst