Hessenhauhöhle jetzt 6 Kilometer lang

Katharina Bitzer, Andreas Kücha und Markus Bölzle waren am 15. Oktober 2016 im nördlichen Ast der Hessenhauhöhle erfolgreich unterwegs. Während Katharina den Biwakplatz am Spaghettisiphon verbesserte, unternahmen Markus und Andreas einen Vorstoß in den 5. Nordsiphon, der bislang nur angetaucht wurde. Der Siphon ist großräumig, teilweise verblockt und zum Ende hin mit sehr schönen, weißen Felsen dekoriert. Nach 100m Tauchstrecke fanden die beiden die Auftauchstelle, eine große Halle. Diese nannten die Forscher Blockhaus, es führt ein geräumiger Flusstunnel weiter, teilweise 8-10 Meter im Durchmesser. Der Gang ist nahezu lehmfrei, irritierender Weise führt er weiterhin nahezu direkt nach Osten. Nach gut 100 Metern vollzieht der Gang eine markante S-Kurve, um danach an einem erneuten See zu enden, dem Zustieg zum 6. Nordsiphon.

Insgesamt konnten bei der Tour 192 Meter Neuland vermessen werden, somit ist die aktuelle Länge der Hessenhauhöhle 6.002 Meter.

Flusstunnel vor dem 5. Nordsiphon; Foto: Markus Bölzle/Arge Blaukarst

Der neue Flusstunnel hinter dem 5. Nordsiphon; Foto: Andreas Kücha/Arge Blaukarst

Markus Bölzle beim vermessen im Neuland; Foto: Andreas Kücha/Arge Blaukarst

Weiteres Neuland in der Laichinger Diretissima

Bei zwei Forschungstouren im Frühjahr und Sommer 2016 konnten gut 200m Neuland vermessen werden. Die Laichinger Diretissima ist ein großer, nach Norden ziehender Gangteil, der keinen größeren Bach enthält. Neben großen Tunnelgängen sind auch canyonartige Gangteile vorhanden, die zu Klettereien zwingen. Der hinterste Bereich ist mit wunderschönen Kristallen geschmückt, nach dem Urteil der Entdecker die bislang schönsten Gangpassagen der Hessenhauhöhle.
Nach derzeitigem Stand sind die größeren Gänge hier alle erforscht, allerdings gibt es noch das eine oder andere kleinere Fragezeichen, es bleibt also spannend.
Außerdem wurde auch der Flussgang Richtung Norden weiter verfolgt. Nach dem kurzen 4. Siphon konnte der große Nordsiphon 5 auf ca. 70 Meter Länge bei 13 Meter Tiefe angetaucht werden. Hier kommt das Wasser aus Laichingen her, irritierender Weise zieht dieser Gangbereich jedoch weiterhin Richtung Osten. Hier wird sicher demnächst eine große Gangschleife den Bogen Richtung Laichingen machen.
Der Eingangsbereich wurde weiter gesichert und ausgebaut. Ziel ist, bei einem möglichen Unfall eine Trage durch den Zustiegsbereich sicher und schnell transportieren zu können. Und natürlich sollen auch der Forscherweg einfacher gemacht werden.
Die neue Länge beträgt nun 5.810 Meter bei unveränderter Tiefe (148 Meter).
In der Laichinger Diretissima; Foto: M. Bölzle
In der Laichinger Diretissima; Foto: M. Bölzle
In der Laichinger Diretissima; Foto: M. BölzleIn der Laichinger Diretissima; Foto: M. Bölzle

Broschüre über die Hessenhauhöhle

Die Arge Blaukarst hat anlässlich der großen Forschungserfolge in der Hessenhauhöhle bei Berghülen, Alb-Donau-Kreis, eine Broschüre mit dem Titel „Expedition Hessenhau – Vorstoß in die Höhle ohne Ende“ herausgegeben. Die vierfarbige Publikation umfasst 48 Seiten im Format 21 x 21 cm. Dargestellt werden die Grabungs- und Forschungsgeschichte, die Hessenhauhöhle selbst sowie die beginnenden wissenschaftlichen Arbeiten. Zahlreiche Bilder werden die Leser faszinieren.
Die Broschüre wurde anlässlich des Blaubeurer Erlebniswandertages am 1. Mai 2014 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie kostet 7 Euro (zzgl. Versandkosten).

Die Bestellung erfolgt am einfachsten per e-mail über info@blauhoehle.de. Alternativ ist die Broschüre auch im lokalen Buchhandel (Blaubeuren / Ulm) bzw. an der Laichinger Tiefenhöhle erhältlich.

Siehe auch Artikel in der Südwestpresse.

Neuer Plan der Hessenhauhöhle vorgestellt

Pressemitteilung der Arge Blaukarst

Im Rahmen der 100-Jahr Feier des Salzburger Höhlenvereins hielten Mitglieder der Arge Blaukarst den Vortrag “Höhlensuche und Grabungen am Beispiel des Blautopfeinzugsgebietes”, in dem die Methoden geschildert wurden, die zur Entdeckung der Seligengrundhöhle und der Hessenhauhöhle geführt haben.

Dabei wurde auch der aktuelle Höhlenplan vorgestellt. Die momentane Gesamtlänge liegt bei 2070 Meter

Momentan wurde an fünf Horizontalfortsetzungen auf offener Strecke umgedreht. Auch etliche Schlote warten noch auf die weitere Erforschung. Hinter dem “Säulensiphon” konnten 50 Meter Strecke in einem bis zu 20 m breiten Flusstunnel erkundet werden. Anschliessend taucht der Gang wieder in den sogenannten “Karrensiphon” ab, der noch nicht durchtaucht wurde.

Interessanterweise befindet sich aber vor diesem Siphon noch eine bewetterte Horizontalkluft, die eventuell als Umgehung fungiert. Auch am Ende des “Muschelgangs” wurde durch Grabungen eine kleine Fortsetzung entdeckt, über die eventuell der “Säulensiphon” umgangen werden kann.

Der aktuelle Grundriss der Hessenhauhöhle (10/2011). Zum Vergrößern auf den Plan klicken.

Der aktuelle Grundriss der Hessenhauhöhle (10/2011). Zum Vergrößern auf den Plan klicken.

2-KM-Marke in der Hesenhauhöhle überschritten

Im Blaubach (Foto: Andreas Schober, Assistenz: Jürgen Bohnert)

Im Blaubach (Foto: Andreas Schober, Assistenz: Jürgen Bohnert)

Pressemitteilung der Arge Blaukarst

Am vergangenen Wochenende konnte in der Hessenhauhöhle bei Berghülen im Rahmen einer 30-stündigen Biwaktour die Gesamtlänge auf 2042 Meter erhöht werden.

Der Blaubach, ein hinter dem Suppinger Siphon nach West-Süd-West ziehender Zubringer, konnte bis zu einem 250 m von der Nordblau entfernten Siphon vermessen werden.

Ein vom Blaubach zuerst Richtung Süden und dann wieder Richtung Osten abzweigender Seitengang konnte 59 Meter bis zu einer grösseren Verbruchkammer vermessen werden, in der der Weiterweg bislang noch nicht gefunden wurde. Der aufgrund seiner charakteristischen Versinterung “Knöpfchensintergang” genannte Gangabschnitt ist merklich bewettert, was auf weitere Fortsetzungsmöglichkeiten hindeutet.

Im flussabwärts gelegenen Säulensiphon konnten bei schlechter Sicht 25 Meter Leine verlegt werden. Zusätzlich wurde der 39 Meter lange “Muschelgang”, ein direkt neben dem Säulensiphon befindlicher Seitengang, vermessen.

Blaubach weitererforscht, Tauchgang im Spaghetti- und Säulensiphon

Nach der Sommerpause setzte die Arge Blaukarst am vergangenen Wochenende die Weiterforschung in der Hessenhauhöhle fort. Aus Effizienz- und Sicherheitsgründen wurde dabei ein Biwak in der Höhle installiert und gleich für die erste Übernachtung im Rahmen einer 30-stündigen Tour genutzt.

Ein Team konnte den Spaghettisiphon auf 35 m Gesamtlänge vermessen und das Leinenende im Lehmhang auf der anderen Seite fixieren. Nach einem kurzen Halbsiphon setzt sich der Gang weiter fort. Hier mündet auch ein noch nicht erkundeter Seitengang ein.

Ein anderes Team forschte zeitgleich im Blaubach weiter. Nach einigen unangenehmen Engstellen und Halbsiphonen standen die Forscher plötzlich in einem 2-4 m breiten Bachstollen mit zum Teil wunderschöner Versinterung. Der Gang erinnert vom Charakter her stellenweise an die Falkensteiner Höhle. Nachdem 98 m Ganglänge vermessen worden waren wurde in einer etwa 10 m breiten Halle umgedreht. Der Gang setzt sich Richtung WSW weiter fort.

Ausserdem wurde ein Richtung Süden ziehender Seitengang entdeckt, der vermutlich als Hochwasserabfluss fungiert und den die Forscher aufgrund der charakteristischen Versinterungen “Knöpfchensintergang” nannten. Die weitere Erforschung steht noch aus.

Am Sonntag wurde dann noch mit der Betauchung und Ausleinung des Richtung Blauhöhlensystems ziehenden Säulensiphons begonnen. Das Ende des Siphons konnte noch nicht erreicht werden. Die Arbeiten gestalten sich aufgrund der schlechten Unterwassersicht im flussabwärts gelegenen Siphon recht schwierig.

Durch die aktuelle Tour hat sich die Gesamtlänge der Hessenhauhöhle auf 1824 m erhöht. Über den neuesten Forschungsstand wird die Arge Blaukarst auch im Rahmen der 100-Jahr-Feier des Salzburger Höhlenvereins auf der VÖH (Verband österreichischer Höhlenforscher) – Tagung in Scheffau berichten. Der Vortrag am 24.09.2011 um 14.00h trägt den Titel “Höhlensuche und Grabungen am Beispiel des Blautopfeinzugsgebietes”.

Frank Liedtke im Biwak der Hessenhauhöhle (Foto: Jürgen Bohnert)

Frank Liedtke im Biwak der Hessenhauhöhle (Foto: Jürgen Bohnert)

Mergelgrubenklamm weitererforscht

13.07.2011: Am letzten Samstag konnte die sogenannte “Mergelgrubenklamm” weitererforscht und vermessen werden. Dieser Zubringer befindet sich kurz vor dem Spaghettisiphon und zieht anfänglich nach Norden, dann Richtung Nordwest auf die Flur “Mergelgrube” zu.

Die aktuelle Gesamtlänge hat sich damit auf 1641 Meter erhöht.

Gut besuchter Vortrag in der Auhalle in Berghülen

Kurz vor Vortragsbeginn in der Auhalle (Foto: Anke Oertel)

Kurz vor Vortragsbeginn in der Auhalle (Foto: Anke Oertel)

Am 02.07.2010 berichtete die Arge Blaukarst im Rahmen eines öffentlichen Vortrages vor gut 400 Zuschauern in der Auhalle in Berghülen über die jüngsten Entdeckungen in der Hessenhauhöhle.

Besondere Aufmerksamkeit riefen die Fotos aus der “Galerie des Excentriques” hervor, einem Abschnitt der “Nordblau”, der sich durch wunderschöne Tropfsteinformationen auszeichnet.

Ausführlich wurde auch auf die Forschungsgeschichte eingegangen. Neben den beiden Hauptfortsetzungen hinter dem Spaghettisiphon und dem Säulensiphon (letzterer wurde bislang noch nicht durchtaucht) stellten die Forscher auch die zahlreichen Seitengänge, wie z.B. den “Blaubach”, vor, die bisher nur zum Teil erkundet und vermessen werden konnten. Die aktuelle Gesamtlänge liegt momentan bei 1599 Metern.

Bericht über den Vortrag in der Südwestpresse vom 08.07.2011

Umgehung des Blaubachsiphons entdeckt

22.06.2011: Am vergangenen Wochenende konnte in der Hessenhauhöhle kurz hinter dem Suppinger Siphon der sogenannte Brachiopodengang entdeckt werden. Überraschenderweise stellte sich heraus, dass über diesen Gang der Siphon am Ende der Blaubachklamm umgangen werden kann.

75 m Ganglänge konnten vermessen werden, es wurde auf offener Strecke umgedreht. Damit hat sich die aktuelle Gesamtlänge auf 1510 m erhöht. Beim Vortrag am 02.07. wird die Arge Blaukarst den neuen Plan präsentieren, der mit nunmehr drei offenen Fortsetzungen hinter dem Suppinger Siphon deutlich komplexer geworden ist.

Roland Konopac am Blaubach (Foto: Jürgen Bohnert)

Roland Konopac am Blaubach (Foto: Jürgen Bohnert)